Trump 2.0 & die Übernahme des Gazastreifens: Was steht bevor?

Die jüngste Aussage von Donald Trump über die mögliche Übernahme des Gazastreifens ist kaum überraschend. Schon vor seiner Amtseinführung war zu erwarten, dass die Regierung Trump 2.0 die pro-israelischste in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein würde.

In einem Forum am vergangenen Samstag stellte jemand die Frage: Wer ist in der Palästina-Frage das geringere Übel – die Demokraten oder die Republikaner? Meine Antwort lautete: die Demokraten.

Warum?

Obwohl die Demokraten zweifellos auf der Seite Israels stehen, sind sie zumindest an grundlegende Prinzipien der Demokratie, der Menschenrechte und des Rechtsstaats gebunden – auch wenn diese oft nur als politische Rhetorik dienen. Diese Prinzipien stellen eine Grenze dar, die verhindert, dass sie noch extremer agieren.

Dies zeigt sich deutlich an Bidens taktischem Vorgehen gegenüber Netanjahu – mal gewährt er Israel uneingeschränkte Unterstützung, mal drängt er auf eine Waffenruhe. Dies liegt unter anderem am internen Druck aus den eigenen Reihen der Demokraten, die mit der eskalierenden humanitären Krise unzufrieden sind. Diese Entwicklung schadet dem internationalen Ansehen der Partei erheblich.

Für die Republikaner, insbesondere für Trump, existieren solche Grenzen kaum. Sie unterstützen Israel nicht nur bedingungslos, sondern kritisieren Biden sogar dafür, dass er nicht „hart genug“ sei, um Israel zu einem vollständigen Sieg zu verhelfen.

Was sind Trumps Ziele?

Ein Blick auf Trumps bisherige Politik zeigt, dass eines seiner Hauptanliegen der „Deal des Jahrhunderts“ war – ein 2020 vorgestellter Plan zur „Lösung“ des Nahostkonflikts, der Folgendes vorsah:

Der Gazastreifen sollte als Wirtschaftszone entwickelt werden, wobei Israel und Trumps Verbündete die Hauptnutznießer wären.

Ein großer Teil des Westjordanlandes sollte unter israelische Kontrolle gestellt werden.

Die drittheiligste Stadt des Islam sollte zur Hauptstadt Israels erklärt werden.

Palästina würde ein „Staat“ ohne Armee und echte Souveränität erhalten.


Trump und sein Schwiegersohn Jared Kushner haben bereits mehrfach ihr Interesse am Gazastreifen bekundet und ihn als vielversprechendes Immobilienprojekt betrachtet. Dies lässt darauf schließen, dass die Räumung des Gazastreifens eine Priorität für Trump 2.0 sein könnte.

Was könnte Trump aufhalten?

Kaum etwas.

Die Welt hat bereits erlebt, wie Trump innerhalb der ersten zwei Wochen seiner Amtszeit Druck auf Panama ausübte, um sicherzustellen, dass China keine Kontrolle über den Panamakanal erhält. Kanada und Mexiko hatten immerhin wirtschaftliche Verhandlungsmacht, um ihre Interessen gegenüber Trump zu vertreten.

Welche Verhandlungsmacht hat Palästina in möglichen Gesprächen mit Trump? Wer wird sich an die Seite der lokalen Widerstandskämpfer stellen, um Bumi Barakah zu verteidigen?

Türkei? Syrien? Saudi-Arabien? VAE? Katar? Iran?

Die Realität ist, dass Trump nicht nur politischen Druck ausüben will – er ist bereit, Gaza als Spielstein in seiner geopolitischen Strategie zu nutzen. Sollte sich dies bewahrheiten, könnte die Umsetzung des „Deals des Jahrhunderts“ zu einem zentralen Erfolgsindikator (KPI) seiner zweiten Amtszeit werden.

Die Hoffnung bleibt, dass dieser Plan nicht verwirklicht wird und dass Bumi Barakah zu einem Wendepunkt im Kampf gegen die Hegemonie der USA wird – so wie der Burenkrieg einst den Beginn des Niedergangs des Britischen Empires markierte.

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